Turnierhundsport – THS

 

Freizeit und Fitness

Da siehst Du ein Team, Mensch und Hund, die gemeinsam eine Aufgabe meistern. Weil es Spaß macht zu rennen und zu springen, spielerisch im Training oder leistungsorientiert im Wettkampf. Weil wir dabei einander näher kommen, der

IMG_3273 fertig hdr

Gehorsam

Mensch und sein Gefährte Hund, gemeinsam lernen, uns manchmal auch gegenseitig austricksen, aber letztlich immer mehr aufeinander verlassen und ein tiefes Vertrauen entwickeln können. Und nicht zuletzt tut ein sportliches Training gut, als ein Mittel gegen Sitzfleisch und Krampfadern, aber auch gegen die oft tödliche Langeweile, unter der mancher unausgelastete Hauswolf leidet. Denn die meisten unserer Hunde sind doch arbeitslos! Wo kann unser Hausgenosse noch mit uns jagen, hetzen, unser Eigentum bewachen oder unsere Herden treiben, hüten und beschützen? Nie vergesse ich eine kleine Begebenheit auf einer Fahrradtour hinterm Deich von Nordholland bei Bergen an Zee! Da trieb ein Deutscher Schäferhund eine kopfstarke Kuhherde von einer Außenweide am Deich zum fern liegenden Gehöft. Durch Dreck und Matsch, Wiesen, Wege und kleine Gräben ging er hindurch, ohne einen Moment zu zögern und ohne daß Anweisungen des Bauern nötig waren. In jedem Moment wußte er ganz genau, was er zu tun hatte. Ein noch junges Tier, vielleicht drei Jahre alt, prächtig entwickelt, aber rank und schlank. Ich habe selten einen Hund gesehen, der solch einen sachlichen Eifer und solch ein Selbstbewußtsein ausstrahlte wie dieser. Er war sich ganz offensichtlich seiner Aufgabe und seines Wertes sicher. Wo aber können sich denn die meisten unserer Hunde ein vergleichbares Selbstwertgefühl erwerben? So bietet sich der Turnierhundsport jeder Hundebesitzerin und jedem Hundebesitzer als idealer Fitneß- und Freizeitsport an. Dem Hund kann er die Aufgaben ersetzen, für die er ursprünglich gezüchtet und geboren wurde. Dort, wo Turnierhundsport von den Hundevereinen angeboten wird, hat er einen außergewöhnlichen Zulauf und erfreut sich bei den Teilnehmern einer großen Beliebtheit. Kesse, selbstbewußte Gören oder „Kiddies“ von acht Jahren oder jünger trifft man auf dem Trainingsplatz oder im Wettkampf genauso wie schnelle und ehrgeizige Teenager und Twens. Und daneben toben sich die Senioren aus; je oller desto doller, wie man hier am Niederrhein so sagt. Fünfzig Jahre und kein bißchen langsam! Dabei findet sich jede Stufe des Könnens in diesem Sport wieder. Dem Anfänger winken schnell sichtbare Fortschritte mit entsprechenden Erfolgserlebnissen. Den Fortgeschrittenen reizt die Vielseitigkeit des Sports, das Tempo bis an die Grenze der eigenen Leistungsfähigkeit und die damit parallel steigenden Anforderungen an den Hundeführer. Vergessen wir aber nicht die Hundehalter, die Jogger aus Passion sind, – oder der Fitneß wegen. Im Geländelauf können sie beide Leidenschaften pflegen, den Spaß mit ihrem Vierbeiner und ihre Lust am Laufen. Und nicht zuletzt treffen sich die Turnierhundsportler auch in einer Gemeinschaft von Gleichgesinnten, in der es sich nicht nur über das Lieblingsthema, die Erlebnisse mit dem eigenen und anderen Hunden, unerschöpflich plaudern läßt.

IMG_2754 fertigTraining im Verein

Turnierhundsport wird in Vereinen trainiert, die dem Verband für das Deutsche Hundewesen (VDH) angehören. VDH wie die ihm angehörenden Mitgliedsvereine und -verbände bilden in unserem Land die einzigen weithin anerkannten Institutionen, die in Zucht und sportlichem Umgang Mindestanforderungen an Schutz und artgerechter Haltung der Hunde erheben, – und sich auch bemühen, das zu kontrollieren. Nur diese Verbände und Vereine sind in meinen Augen seriöse Ansprechpartner für Hunde und die mit ihnen betriebenen Sportarten. Will man nun Turnierhundsport betreiben, muß man nicht unbedingt Mitglied in einem solchen Verein sein. Viele Vereine bieten nämlich auch externen Interessenten die Möglichkeit zum Training in ihrer Turniersportgruppe an. Da kann man dann für drei Monate oder mehr, gegen eine angemessene Gebühr natürlich, ausprobieren, ob man an dieser Spor tart Gefallen findet, Frauchen/Herrchen genauso wie der Hund, – und ob es sich lohnt, Vereinsmitglied zu werden.

Übersicht über die Wettkampfarten

IMG_6084 fertig

CSC Sektion 2

Der Turnierhundsport setzt sich aus mehreren unterschiedlichen Wettkampfarten zusammen, die jedoch meist in enger Verbindung miteinander stehen. Allen voran gibt es den Vierkampf, dann das Hindernislauf-Turnier und den sogenannten „Combinations-Speed-Cup“ (CSC), wörtlich ein Kombinations-Geschwindigkeits-Pokal. Die Wettkampfpalette rundet der Geländelauf ab. Im erwähnten Hindernislauf-Turnier aber sehen wir die Keimzelle des Turnierhundsports überhaupt. Doch auch im THS schreitet die Zeit voran! In den letzten Jahren sind weitere Wettkampfdisziplinen aufgenommen worden. Allen voran der QSC, Qualification Speed Cup, bei dem jeweils zwei Teams auf einem parallelen Kurs antreten und nur der Sieger sich für die nächste Runde qualifiziert.

Der passende Hund für den Turnierhundsport

Welcher Hund eignet sich für den Turnierhundsport? Diese Frage ist für andere Hundesportarten wie Schutzhundsport oder Agility durchaus berechtigt. Denn für die Ausbildung zum Schutzhund eignen sich nur wenige spezielle Rassen, und für Agility lautet zur Zeit die ein wenig polemische Antwort: Der Border Collie oder ein belgischer Schäferhund! Beim Turniersport aber sage ich: Im Zweifelsfall der Hund, den Sie gerade haben! Ob Rassehund, Mischling, Bastard, Promenadenmischung oder wie die anderen mehr oder weniger schmeichelhaften Bezeichnungen auch lauten mögen, das ist hier völlig egal. Die kleinsten Hunde, die ich im Training oder Wettkampf gesehen habe, sind Kurzhaardackel, West-Highland White Terrier und Zwergpudel, – von Yorkshire-Terriern habe ich gehört -, der größte ein Landseer. Dazwischen findet sich jede Größe und jede Herkunftsvariante! Problematisch wird es sicherlich mit extremen Winzlingen und überschweren oder übergroßen Hunden. Die körperliche Fähigkeit, die Hindernisse und Hürden auf Dauer unbeschadet zu überqueren, bedeutet für beide Extreme das ausschließende Limit. Schwere und große Rassen bekommen ja zunehmend Probleme mit dem eigenen Gewicht oder ihrer Größe. Aber immerhin, im Landseer steht ja schon ein gewaltiges Kaliber von Hund vor uns; man sollte nicht vorschnell ausschließen. Auch den Riesen wie der Deutschen Dogge kann man so einiges zutrauen. Die Kondition dieser Hunde hängt davon ab, wie sie vom Besitzer gehalten werden. Eine Dogge braucht viel Auslauf in eigener Bewegung, nicht am Fahrrad. Dann meistert sie auch die Beanspruchungen beim Turnierhundsport.