Samstag Morgen, 5:00 Uhr.

Ein Mittzwanziger, unrasiert und bekleidet mit einem Tshirt einer bekannten Metal-Band, stolpert verkatert aus einem Dixieklo und reicht wortlos seine Zeitung an einen weiteren jungen Mann in Jogginghose und Adiletten weiter, ehe er seinen Weg über den staubigen Acker zu seinem Zelt sucht.

Was anmutet wie „Wacken 2016“, steht in Wirklichkeit unter der Überschrift BSP 2016 in Visselhövede.
Untergebracht war der Großteil unserer 8 Sportler und ein Teil der mitgereisten Fangemeinde auf einem abgemähten Feld in Zelten und Wohnmobilen unterschiedlichster Größe.img_0535

Und Gott Lob ist uns der Regen und die resultierende Schlammschlacht erspart geblieben.
Fangen wir aber vorne an:

Freitag:

Müsste ich den Freitag Hashtaggen so würde da stehen:
#ADAC
#Dixieklo
#Kristinschonwieder
#Dixieklo
#werhatnochkeinPizzageldbezahlt
#daistreserviert
#miregalichstellmichjetztgenaudahin
#ihhhDixieklo
#hatnochjemandKlopapier

Samstag:

Genug für den Freitag, denn neben dem immer wiederkehrenden Thema „Dixieklos“ ging es ja hauptsächlich um den Sport und mit dem starteten wir bereits Samstag in aller herrgottsfrühe.
Selbstverständlich nach:
#LeidenschaftDixieklo und #werhatnochkeinBrötchengeldgezahlt

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Pia und Verino UO

Den Auftakt gaben unsere alteingesessenen Turnierhasen Pia mit Verino und Lore mit Kimba in der Unterordnung. Nervosität, die Kulisse und die immer stärker durch die Wolken brechende Sonne führten leider dazu,

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Lore und Kimba UO

 

 

 

 

dass beide Teams ihre Leistungen nicht auf dem gewohnten Niveau abrufen konnten. Dennoch griffen beide Teams, die jeweils zweit und dritt besten Unterordnungspunkte an diesem Tag in der Altersklasse w50 ab (Pia und Verino 48 Punkte/ Lore und Kimba 47 Punkte).

 

Mit der starken Vorlage wärmten sich nun Patrick, Gerold, Denise und Kristin für den sportlichen Teil auf.

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Denise und Holly Hürden

Mit dem Motto “ If you can not convince them, confuse them!“ turnten Denise und Kristin sich unter den zunächst kritischen, dann skeptischen und schließlich verängstigten Blicken der Konkurrenz durch ihr UsainBolt-Aufwärmprogramm.

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Kristin und Ted Hürden

Was blieb sind beeindruckende und fehlerfreie Zeiten einer nahezu untrainierten Denise mit ihrer Holly und fehlerfreie Läufe von Kristin und Ted.

Und was machen unsere Männer?
Unter den Jubel-Rufen “ Patrick kooommmt!“ performten Patrick und Anjas arbeitsgeiler Wahnsinns-Labrador Clay THS-Läufe am Tempolimit. Und wir durften nicht nur einmal an diesem Tag Zeuge von Clays unbändigem Arbeitswillen werden.

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Patrick und Clay Hürden

Der würde auch auf nur zwei Beinen weiterlaufen.

Gerolds Konkurrenz hat vermutlich gehofft, dass er sich auf den Lorbeeren des letzten Jahres ausruht. Die Hoffnung versiegte nach den ersten Eindrücken des Sports, die gewohnt fehlerfrei und zum Teil in Bestzeit absolviert wurden.

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Gerold und Odry Slalom

Mit erstaunen durften wir feststellen, dass Patrick es tatsächlich geschafft hat den „alten Mann“ doch noch flott durch den Slalom zu bekommen, so dass Odry etwas

weniger lang auf ihn warten musste als sonst.

 

Gegen Mittag, und es war inzwischen ziemlich warm, ging es an die CSC-Qualifikationsäufe.

CSC ist ein echter Stimmungsgarant, denn wenn Lieder mit viel Beat und Wumms, durch Jubel-Rufe und Pfiffe des Landesverbandes und kunstvoll geschwungene schwarz-gelbe PonPons ergänzt werden, hält es auch den größten Hundesportverächter nicht auf den Sitzen.
Außer natürlich der Veranstalter untersagt das lautstarke Anfeuern aus Rücksicht auf die Starter und die mitgereiste „Lärmquelle“-Südkurve darf nur müde die PonPons schwingen.

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Julie und Donna

In einer Seniorenheim-Bingo Stimmung starteten zuerst die Jugendmannschaften. Für unseren Verein gaben Julie und ihre Donna ihr Debüt auf Sektion 3.

Trotz der verhaltenen Jubelrufe und der sehr intensiven Vorbereitung meinte es Donna doch etwas zu gut mit dem Arbeitstrieb und drehte leider viel zu hoch. Als sie vor lauter Hindernissen die Bahn nicht mehr sah, sprang der Hund alles, nur nicht mehr das was er sollte.

Am Ende blieb für unsere „No-Name“-Mixed-Mannschaft der 8. Platz und leider keine Qualifikation für den K.O.-CUP am Samstag.
Und auch wenn Julie am Ende deutlich die Enttäuschung anzusehen war, muss man anerkennen, dass viele Sportler diesen wahnsinnigen Hund wohl nie bis zu einer Bundessiegerprüfung hätten führen können. Daher: Hut ab Julie, nächstes Jahr wird besser.

Im Anschluss gingen Denise (Holly), Patrick (Clay) und Kristin (Ted) unter dem Namen Stiftung Wadentest an den Start. Müsste ich Hashtaggen, so würde hier jetzt stehen #BSPCSCTrauma und #challangeaccepted.

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Stiftung Wadentest

Unter den Klängen von Sidos „Astronaut“ und dem eigenen unkontrollierten Herzschlag, gingen die Landesmeister des LV Nord Rheinland im CSC an den Start. (Zu dick aufgetragen? Joar vielleicht, aber unsagbar stolz :D)

Patrick und Clay auf der Sektion 2 waren die Achilles-Ferse der Mannschaft. Kaum ein Team war schneller und nahm die Wendestange geschmeidiger, aber in kaum einem anderen Team stachelten sich Hund und Hundeführer so sehr gegenseitig auf.
Was soll ich sagen? Die 4 Fehler auf Sektion 2 waren unnötig, aber die erste Zeit war unter 29 und die zweite Zeit war trotz einer Verletzung von Clay nur knapp über 30.
Clay hatte, beim Versuch mal wieder schneller als Patrick zu sein, vergessen die Haxen am Ring zu heben und war mit beiden Hinterbeinen vor den Holzring geschlagen. Was beim bloßen Zusehen schon wirklich weh tat, zwang dann auch Clay fast in die Knie, so dass er abbremsen und schließlich fast stehen bleiben musste. Als Patrick kurz davor war die Hand zu heben, hatte Clay den ersten Schmerz verdaut und lief wieder an. Erst langsam und hakelig, dann immer schneller.
Clay und Patrick waren unsere Helden, insbesondere als am Ende tatsächlich noch eine 30er Zeit auf dem unserem Konto stand und wir am Sonntag zum K.O.-Cup ein weiteres Mal antreten durften.

Hoch zufrieden kehrte schließlich am Samstagabend, nach dem ein oder anderen Bier der Fankurve, endlich Ruhe in unserem #LeidenschaftDixieklo-Camp ein.img_4125

Sonntag:

Was genau war noch mal die Steigerungsform von „in aller herrgottsfrühe“? Achja:

Mitten in der Nacht, es war definitiv noch nicht hell, gingen im Staub-Bier-Dixiklo-Camp die ersten Wecker.
Nachdem auch Denise am Bett mit Kaffee versorgt war, liefen die Vorbereitungen im vollen Gang, denn ab 7 starteten die ersten Unterordnungen.

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Denise und Holly UO

Wer hat eigentlich Denise den Kaffee gebracht und Holly vergessen?

Holly bummelte, von Denise geführt oder vielleicht auch begleitet, durch ihre Unterordnung und patzte dann auch noch die Stehübung.

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Patrick und Clay UO

Am Ende reichte es nicht für eine Umarmung des Leistungsrichters aber für ein paar warme Worte.

Patrick und Clay zeigten eine sehr schöne und aufmerksame Unterordnung, nur irgendwie keine Platzübung.

Am Ende bleiben tröstende Worte des Leistungsrichters und 52 Punkte!

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Kristin und Ted

 

 

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Gerold und Odry UO

Ähnlich gut lief es bei Kristin und Ted (56 Punkte) und Gerold und Odry (54 Punkte).

 

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Pia und Verino HL

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Lore und Kimba Slalom

Die Sonne hatte gut zugelegt, so dass allen Anwesenden inzwischen die Schweißperlen auf der Stirn standen. Insbesondere Pia mit Verino als auch Lore mit Kimba war die Anspannung anzumerken, denn die Teams mussten in der Mittagssonne noch den Sport absolvieren.
Da sich beide am Vortag mit guten Unterordnungspunkten den zweiten und dritten Platz in ihrer Altersklasse gesichert hatten, stand ihnen die Anspannung ins Gesicht geschrieben.
Leider machte beiden Teams das Wetter zu schaffen, so dass sie trotz fast fehlerfreier Läufe ihre Führung nicht halten konnten.

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Sandra und Sara HL

Und als die Sonne noch mehr brannte, betraten Sandra und Jara das Vereinsgelände. Jara hatte sich kurz vor der BSP entschieden läufig zu werden und hatte damit die Pläne ihrer Hundeführer in über den Haufen geschmissen, so dass beide zum Ende der Veranstaltung sowohl den Sport als auch die Unterordnung absolvieren mussten.

Beide zeigten fehlerfreien und schnellen Sport und eine souveräne Unterordnung (52 Punkte).

 

Zu guter letzt kam der ersehnte K.O.-Cup.
Direkt zu Beginn musste unserr Mannschaft Stiftung Wadentest gegen Coaches Unchained vom befreundete Nachbarverein Hamborn-Marxloh antreten.
Beide Mannschaften hatten sich bereits zur Landesmeisterschaft ein Kopf an Kopf rennen geliefert, so dass die Freude entsprechend groß war.

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Stiftung Wadentest

Als passend zum CSC und zum LV-Derby die Musikanlage ausfiel, schmiss die mitgereiste „Lärmquelle“ kurzer Hand alle Benimm-Regeln und auferlegten Anfeuerungs- Verbote über Bord und stimmte textsicher den Refrain des CSC-Liedes an.

Unter dem Chor

 „…nichts hält mich am Boden,
alles blass und grau,
bin so lang nicht mehr geflogen,
wie ein Astronaut…“

wankten Denise, Patrick und Kristin gerührt und mit weichen Knien zum Start.

Die Coaches Unchained vom HSV Hamborn-Marxloh blieben bei sehr hohem Tempo im gegensatz zu unserer Mannschaft fehlerfrei und kamen in die nächste Runde, während für die Stiftung Wadentest das Turnier leider vorbei war.

Von Außen wurden natürlich kräftig weiter angefeuert.

Das Turnier neigte sich dem Ende entgegen und während die Sonne erbarmungslos weiter brannte, machten sich die ersten Zuschauer bereits auf den Weg nach Hause. Entsprechend leer waren die Zuschauerränge bei der lang ersehnten Siegerehrung.

Viele unserer Sportler hatten sich die letzten Monate ehrgeizig auf dieses Wochenende vorbereitet und nicht wenige haben außerhalb des Vereins zu Hause mehrere Male die Woche trainiert. Natürlich trainiert man als Sportler für sich und seine eigenen Ziele, aber wer lässt sich nach erreichen der Ziele, nach vielen von Muskelkater geprägten Tagen oder einem Wochenende voller Lampenfieber nicht gerne von gleichgesinnten, Vereinskameraden und Freunden zu seinen erreichten Zielen oder Leistungen beglückwünschen?

Der Endorphinrausch,wenn man zur Siegerehrung einläuft, den Pokal in den Händen hält, Sportler XY um Zehntel geschlagen hat und sich im Zaun halten muss souverän und Erwachsen auf dem Podest zu stehen, anstatt auf und ab zu hüpfen und alle zu herzen, ist der gleiche – ob mit oder ohne Zuschauer. Aber das anschließende Köpfen von einer oder mehrerer Sektflaschen macht mit Zuschauern definitiv mehr Spaß.

Somit beglückwünschen wir unsere Teams zu folgenden grandiosen Ergebnissen:

Kristin H. mit Ted  W19: Bundesieger  56/279

Sandra H. mit Jara W19: Vize-Bundessieger 52/274

Patrick S. mit Clay M19: 3. Platz 52/276

Denise S. mit Holly W35: 21. Platz 34/248

Lore R. mit Kimba W50: 7. Platz 47/243

Pia S. mit Verino W50: 8. Platz 48/242

Gerold W. mit Odry M50: Bundessieger 54/275

CSC Stiftung Wadentest. 6. Platz

CSC No Name Team: 10 Platz

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